Über mich

Tamara Ströter steht vor einem hellen Hintergrund und hält ihren vor ihr stehenden Langstock in beiden Händen. Sie trägt ein grünes, ärmelloses Oberteil und hat dunkle, fast schulterlange Haare.

Ich bin Tamara Ströter, Autorin, Mutmacherin und überzeugte Alltagsoptimistin. Wobei ich zugeben muss: Optimismus ist manchmal auch eine Frage der Übung.

Geboren wurde ich 1968 in Wuppertal und bin in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aufgewachsen. Mit einer Retinopathia pigmentosa geboren, war mein Sehen schon von Kindheit an eingeschränkt. Trotzdem war für mich lange Zeit klar: Ich mache mein Ding.

Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau arbeitete ich viele Jahre im väterlichen metallverarbeitenden Betrieb. Doch mein zunehmender Sehverlust machte mir irgendwann deutlich, dass mein beruflicher Weg so nicht weitergehen konnte. 2001 schied ich aus diesem Grund aus dem Berufsleben aus und ging nach einer beruflichen Reha, im BFW Düren in Frührente.

Damit war zwar mein Berufsleben beendet, aber ganz sicher nicht mein Leben.

Ich musste lernen, viele Dinge neu zu organisieren, andere Wege zu finden und mir immer wieder die Frage zu stellen: „Wie geht das jetzt?“ Die Antwort lautete erstaunlich oft: „Anders, aber es geht.“

Beim Antrag auf eine Blindengerechte Ampel bin ich an  den örtlichen Blinden- und Sehbehindertenverein für den Kreis Mettmann e.V. verwiesen worden. Dort fand ich nicht nur Hilfe sondern auch gleich eine ganz neue Aufgabe. Seit dem engagiere ich mich ehrenamtlich in der Selbsthilfe und berate Menschen, die plötzlich oder schleichend mit einer Sehbehinderung konfrontiert werden. Dabei geht es längst nicht nur um Hilfsmittel. Es geht um Selbstständigkeit, Mut, neue Möglichkeiten und manchmal auch darum, über die eine oder andere Katastrophe im Alltag hinterher gemeinsam zu lachen.

Um mich selbst immer wieder zu reflektieren und Menschen in meinen Beratungen noch besser begleiten zu können, habe ich zusätzlich eine Coaching-Ausbildung absolviert. Denn manchmal braucht es nicht den Menschen, der einem sagt, wo es langgeht, sondern jemanden, der dabei hilft, den eigenen Weg wiederzufinden.

Und dann ist da noch das Schreiben.

Seit 2021 bin ich Mitglied bei BLAutor und veröffentliche Geschichten, Anekdoten und persönliche Erfahrungen. Ich schreibe gern über das echte Leben, über die kleinen und großen Herausforderungen, über Begegnungen, über Missgeschicke und über die manchmal erstaunlich kreativen Lösungen, die das Leben mit einer Sehbehinderung so mit sich bringt.

Mein aktuelles Herzensprojekt ist mein Buch „Mit Sehverlust den Alltag neu begreifen“. Es soll kein Ratgeber sein, der mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Vielmehr möchte ich Erfahrungen weitergeben, praktische Anregungen geben, Mut machen und zeigen, dass ein selbstbestimmtes Leben mit Sehverlust möglich ist. Auch dann, wenn der Weg manchmal eine unerwartete Kurve nimmt.

Heute weiß ich: Nicht alles muss so funktionieren wie früher. Manches darf sogar ganz anders werden. Und manchmal entdeckt man gerade dabei neue Seiten an sich selbst. Ich schreibe, berate, erzähle und mache Mut. Und wenn dabei noch Zeit für eine gute Geschichte, ein herzhaftes Lachen oder ein kleines Augenzwinkern bleibt, ist eigentlich alles richtig gelaufen.